07.2.2007

Das Ende der Sympathie

Das Mail der Woche habe ich heute von der CI/CD-Abteilung eines Kunden erhalten.
Wir erstellen für diesen Kunden gerade eine Bedienungsanleitung für ein Gerät. Diese Anleitung soll den technologiescheuen Endkunden dazu befähigen, das komplizierte Gerät in Betrieb zu nehmen. Um ihm die Angst vor der Technik ein bisschen zu nehmen, wollten wir das Gerät möglichst "sympathisch und nicht technisch" darstellen, sprich fotorealistisch statt in schwarz-weiss-Strichzeichnungen.

Das Feedback der Corporate Design Sheriffs: "Die Sympathiephase für ein Produkt (pre-sales) ist mit dem Kauf abgeschlossen."

Tja, wenn das so ist, lässt sich ja wohl nicht viel machen. Geld her und dann - husch ab nach Hause verzweifeln gehen.

Aber keine Angst, liebe Endkunden, wir geben uns weiterhin sehr viel Mühe, euch benutzerfreundliche Bedienungsanleitungen zu erstellen - und streiten uns in eurem Namen mit obgenannten Menschen.


Kommentare

jörg - nutzbar.5.denkteich [at] spamgourmet.com - http://frontendminister.blogspot.com
2007-05-21 23:34:31

da hilft dann hLt bei solchen typen nur noch umtauschen, wenns nicht taugt. und auch dazu sagen, dass das ding nicht zu bedienen ist als begründung. habe ich schon mehrfach gemacht! die verkäufer schauen dann recht betroffen, aber eigentlich geht die kritik an die designer/manager der hersteller raus! kümmert Euch bitte weiter drum als "Users Advocate".

ahoj!
jörg.

Mario Fischer - fischer [at] website-boosting.de - http://www.website-boosting.de/blog
2007-05-26 20:22:46

Das Problem liegt auch oft daran, dass schlechte Bedienbarkeit bzw. Nachfragen wg. schlechter Usability kostenmäßig an anderen Stellen aufschlagen. Nicht selten ist das ein Call-Center und die Kosten trägt der Vertrieb - nicht die Entwicklung, die diese Kosten eigentlich durch schlechtes Design verursacht hat. Sind Call-Center ausgelagert, wird es noch intransparenter, weil dort niemand Interesse hat, die Gründe für die Anrufe abzustellen...

Meine These ist: Wenn man alle Kosten (alle!), die schlechte Usability intern der Entwicklungsabteilung zuschlagen würde, hätten wir weniger halbfertige Produkte und weniger Bedienprobleme...

Und wenn endlich mal die vielen, vielen Produkttests auch solche Kriterien prüfen würden, statt immer nur Daten zu vergleichen , dann hätten Kunden auch die Möglichkeit, Gut und Schlecht zu fördern oder zu bestrafen...

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