28.10.2005

Zeitgemässe Anpassung und/oder Logo-Geschwurbel

Die neuen Logos vom Schweizer Fernsehen sind da. Zwei Dinge stechen ins Auge. Erstens sind sie überraschend simpel, zumindest die "SF"-Hälfte. Und zweitens sind sie überraschend unterschiedlich.



persoenlich.com hat die ganze Geschichte: SF Schweizer Fernsehen: Das neue Erscheinungsbild.
Update 29.10.: persoenlich.com ist offline. Aber total offline, mit einer Fehlermeldung, die ganz ernst aussieht, als hätten sie eine Rechnung beim Registrar der Domain nicht gezahlt oder so. Ersatzweise hilft eine Google-Suche.

Und natürlich auch tolle Statements. So wie:
Alex Hefter: "Das jetzige, rund zwölfjährige Erscheinungsbild trägt den Anforderungen eines modernen Medienunternehmens an eine stringente Markenführung nicht mehr Rechnung. Die Programmstrategie des Schweizer Fernsehens -- zwei Programme auf zwei Kanälen --, erfordert auch eine klare und unterscheidbare Positionierung von SF1 und SF2 mit zielgruppenspezifischen Erscheinungsbildern."
Zwei Programme auf zwei Kanälen? Ach so. Ja, da muss man natürlich dann schon reinhauen, logomässig, um diese komplexe Konstruktion dem Zuschauer zu vermitteln.

Update 29.10. Im NZZ-Artikel (schnell lesen, eh er verschwindet) versteht man deutlich besser, was er meinte: "Statt wie bisher als ein Sender auf zwei Kanälen positioniert, sollen künftig zwei voneinander völlig unabhängige Programme auf SF1 und SF2 laufen." Aha. Das ist allerdings ein relevanter Unterschied.

Ich find's immer noch schwierig mit diesem ganzen CI-Geschwurbel. Einerseits sehe ich ein, dass man es machen muss, um auf der Höhe zu bleiben, und die die heutigen SF-DRS-Logos sehen wirklich nicht mehr ganz zeitgemäss aus.


Sowieso bin ich nicht derjenige, der findet: "Waas, die Migros gibt 50 Millionen aus für ein neues Logo, und es merkt nicht mal einer?" Das finde ich wirklich nicht, auch wenn der Unterschied alt/neu nicht nicht gross war wie bei Coop zwei Jahre früher. Muss ja auch nicht. Opel hat seit 1964 den Blitz, und den haben sie auch schon fünfmal gefaceliftet; man sieht den Unterschied sehr deutlich (habe leider gerade keinen Link), aber es ist immer noch der gleiche Blitz.

Andererseits, eben, immer dieses Markengesülze:
Mit den Mottos "Bei SF1 fühlst Du die Schweiz“und "Bei SF2 fühlst Du die Welt" werden diese Profile von Hefter umschrieben.
Also, wenn ich mir das heutige Programm von SF2 anschaue, da fühle ich die Welt noch nicht soo doll durchdrücken. Aber das wird dann ja sicher auch anders, wenn das neue Logo drüberklebt. (Immerhin, um 1.35 kommt die dritte Staffel von Six Feet Under, das empfehle ich jedem, der dann zufällig wach ist.) Aber nochmal im Ernst: SF1 soll ein bisschen Schweizerischer positioniert werden als SF2. Klingt doch durchaus sinnvoll. Trotzdem fehlt mir dann der Zwischenschritt: Wie kommt man von dort zu dieser Trapez-1 für SF1 und dem Bastel-Wort mit dem Typographiefehler für SF2? Kann mir mal einer die Folie zeigen, auf der dieser Zusammenhang erklärt wird?

Gut fand ich noch diesen Kommentar von Elmar Mühleder von Wirz Corporate:
Leider lässt die technisch anmutende Umsetzung die Raffinesse vermissen, die man von einem "modernen" Medienunternehmen erwarten dürfte. Das vermeintliche Vorbild "ZDF“, hat seinerzeit mehr Mut und Vision bewiesen.
(persoenlich.com, sind Eure stets wechselnden Anführungszeichen eigentlich auch ein CI-Element?)
Das stimmt. Was war das ein Aufruhr, als das ZDF 2001 sein neues Erscheinungsbild vorstellte, mit dem "Z" als "2". Ich habe damals einen vernichtenden Kommentar gelesen, das Logo würde flugs veraltet wirken, der befragte "Experte" gab ihm "keine drei Jahre". Vermutlich nur einer, der den Auftrag auch gern gemacht hätte.

Kommentare

Maranello - info [at] maranello.ch - http://www.maranello.it
2005-11-13 23:15:13

Naja, das Logo ist wirklich nicht zu Gebrauchen. Zumal zwei unterschiedliche Logos bzw. etliche unterschiedliche Logos (Tagesschau, 10 vor 10, etc.) nicht wirklich den Corporate Identity Gedanken zu vertreten vermögen.

Ich finde diese Logos veraltet bevor sie überhaupt eingesetzt werden. Mehr Mut zur Moderne wäre angebracht gewesen.

Liebes Schweizer Fernsehen (sorry SF), nicht alle Schweizer sind Bauern auf dem Hof und möchten eine "light" Edition des Faceliftings für das gute Steuer- bzw. Gebührengeld.

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