Stepfan auf Langeoog

(Gesehen auf Langeoog am 5.8.2005.)
Das letzte Foto für heute. Usability-Problem Frakturschrift. Und/oder veraltete Schreibweisen wie "ph" für "f". An einen Zufallsfehler mag ich nicht glauben, wenn es zweimal nebeneinander passiert.
Weil die Jugend beides heute in der Schule wohl nicht mehr lernt (in unseren Lateinbüchern war damals auch alles Deutsche in Fraktur, was ja auch nicht unlogisch ist, um es auch optisch vom Lateinischen abzugrenzen; kann mich noch erinnern, dass in der 5. Klasse ein paar Mitschüler jammerten, sie könnten das nicht lesen - das Problem ist also nicht ganz neu), hat die Shop-Mitarbeiterin, die mit dem P-Touch die weissen Schilder bedruckt, gedacht, "Stefan" und "Stefanie" haben ja eindeutig ein "f" in der Mitte, also muss der fünfte, schwer lesbare Buchstabe wohl eines sein. Allerdings, das daneben ist eindeutig ein "p", das tippe ich also lieber so ab. Dachte sie und wunderte sich nicht, dass "Stepfan" und "Stepfanie" irgendwie komisch klingen.
"Kein Technoschnickschnack!"
Noch ein Foto. Noch ein paar Wochen älter (7. Juni, Zürich City). Das war eine Launch-Kampagne ganz nach meinem Geschmack: Wir sind einfacher!

Hut ab.
Habe auch die Website
yallo.ch gleich ausprobiert, und die ist wirklich auch sehr einfach.
Auf die Schnelle habe ich nur ein relevantes Usability-Problem gesehen, und das war auf der Seite
Bitte wählen Sie Ihre neue Mobiltelefonnummer aus (die ist verlinkt von der Homepage als "Jetzt anmelden" -- gut, das wäre ein weiterer kleiner Bug: Link und Titel der verlinkten Seite sollten möglichst identisch sein, wenigstens ähnlich).

Aber das eigentliche Problem ist der Button "anzeigen". Er sieht aus, als würde er nur eine (einmalige) Abfrage gemäss der vier eingegebenen Ziffern machen. In Wirklichkeit kann man ihn mehrfach drücken, dann liefert er jedes Mal eine andere Auswahl von Nummern, ja man kann ihn sogar drücken,
ohne oben vier Ziffern eingegeben zu haben, auch dann wechseln links jeweils die beiden Spalten mit den je zehn Nummern. Das sieht man dem Button aber überhaupt nicht an; er sieht klar aus, als gehörte er nur zur rechten Spalte.
Phishing-Gegenkampagne der Post: Aushang
So geht die Schweizerische Post mit dem Thema Phishing um: Sie macht einen Aushang im Windfang (Durchgang beim Eingang) der Postfiliale St. Gallen Brühltor.

(Gesehen am 11. Juli 2005.) OK, ich sage ja nicht, dass sie
nur einen Aushang macht (ein ähnlicher Text ist auch auf
https://www.yellownet.ch/start_d.html verlinkt, aber dort stolpert man auch nicht gerade darüber), aber sie macht einen Aushang, weil sie wohl denkt: besser als nichts. Die Frage ist, wieviel besser als nichts. Ich würde schätzen, 0.5% besser als nichts. Medienkonform ist es nicht, zielgruppengerecht ist es nicht, und überhaupt ist es ganz und gar sinnlos, denn wer bleibt schon im Durchgang stehen, wo sonst nur gross geschriebene Werbung hängt, um eine klein geschriebene Seite A4 durchzulesen. Drinnen, ja da warten die Leute, nachdem sie eine Nummer gezogen haben, aber wer läuft zurück, um zu lesen? Und wer merkt sich dann die Hotline-Nummer?
Bundesliga-"Blitztabelle" schon nach einem Tor
SPIEGEL ONLINE hat mit der neuen Bundesliga-Saison ein neues Feature, glaube ich jedenfalls: Die "Bundesliga-Blitztabelle -- Der aktuelle Stand nach jedem Treffer". Na gut. Für sowas echtzeitmässiges ist online natürlich sehr gut.
Ob es sinnvoll ist, dieses Feature schon während des ersten Abends live zu schalten, an dem nur ein einziges Spiel stattfindet, ist eine andere Frage, wie man an der Tabelle nach einem Tor sieht. Souverän wäre es wohl gewesen, wenn der Online-Redakteur es erst morgen Nachmittag um 15.30 Uhr aufgeschaltet hätte, aber entweder, es ging technisch nicht, weil man den ganzen Block einblenden muss, oder er/sie fand es nicht unfreiwillig komisch.

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